Sven Martinek steht seit mehr als vier Jahrzehnten vor deutschen Fernsehkameras, und trotzdem gehört er zu den Schauspielern, deren Gesicht man schneller erkennt als den Namen. Das liegt zum Teil an seiner Karrierestrategie. Statt auf einen einzelnen großen Durchbruch zu setzen, baute er seinen Weg auf einer Reihe langlebiger, wiederkehrender Rollen auf – und genau diese Beständigkeit hat ihn quer durch die Genres beschäftigt gehalten: Action, Krimi, Arztserie, Beziehungsdrama. Nur wenige Schauspieler seiner Generation haben sich in so vielen unterschiedlichen Ecken der deutschen Fernsehlandschaft bewegt und sind dabei so lange geblieben.
| Steckbrief | |
|---|---|
| Vollständiger Name | Sven Martinek |
| Geboren | 18. Februar 1964 in Magdeburg, DDR |
| Beruf | Schauspieler |
| Ausbildung | Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch, Ost-Berlin |
| Bekannt durch | Der Clown, Alarm für Cobra 11, Morden im Norden |
| Karrierezeitraum | 1982 bis heute |
Aufgewachsen in Magdeburg
Martinek wurde in Magdeburg geboren und wuchs dort auf – eine Stadt, zu der er in Interviews immer wieder zurückkehrt, wenn es um seine frühen Jahre geht. Er beschreibt seine Kindheit in der DDR als vergleichsweise gewöhnlich, doch schon als Jugendlicher entwickelte sich sein Interesse an der Schauspielerei. Dieses Interesse führte ihn nach Berlin, wo er an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch ausgebildet wurde, einer der angesehensten Schauspielschulen des Landes und einer Talentschmiede für Generationen deutscher Bühnen- und Fernsehschauspieler. Die theaterorientierte, disziplinierte Ausbildung der Hochschule prägte den körperlichen, präzisen Stil, der später seine Actionrollen im Fernsehen kennzeichnen sollte.

Der Durchbruch im DEFA-Kino
Seine erste ernstzunehmende Rolle bekam Martinek 1982, noch als Teenager, in der DEFA-Produktion Insel der Schwäne – einem gesellschaftskritischen Jugenddrama, das damals für einigen Wirbel sorgte, weil es schonungslos auf das Erwachsenwerden in der DDR blickte. Er spielte einen jugendlichen Raufbold, der die beiden Hauptfiguren des Films grundlos drangsaliert – eine kleine, aber auffällige Rolle, die ihn ins Blickfeld von Regisseuren und Casting-Verantwortlichen rückte. Im weiteren Verlauf der Achtzigerjahre sammelte er Gastauftritte in Krimiserien wie Polizeiruf 110 und baute so nach und nach eine Vita auf, ohne dabei sofort zum bekannten Namen zu werden. Das sollte erst nach der Wiedervereinigung geschehen, als sich für ihn neue Möglichkeiten im gesamtdeutschen Fernsehen eröffneten.
Die Rolle, die ihn bekannt machte: Der Clown
Wenn die meisten deutschen Zuschauer eine Sache über Sven Martinek wissen, dann diese: Er spielte Max Zander in Der Clown, der RTL-Actionserie, die Ende der Neunziger- und Anfang der Zweitausenderjahre lief und für ihren stuntlastigen, energiegeladenen Stil bekannt wurde. Martinek übernahm einen Großteil der körperlichen Arbeit in der Rolle selbst, und der Ruf der Serie, auf echte Stunts statt auf Spezialeffekte zu setzen, blieb noch jahrelang eng mit seinem Namen verbunden. Der Clown war kein zurückhaltendes Fernsehen, aber es war populär – und verschaffte Martinek eine Bekanntheit, die reine Gastrollen ihm nie hätten geben können.
Was unterschied Der Clown von anderen Krimiserien seiner Zeit? Vor allem die Betonung auf echte Stunts und einen raueren, körperlicheren Stil als bei den prozeduralen Krimiserien, die das deutsche Fernsehen sonst zu jener Zeit produzierte. Die Serie orientierte sich stärker an Actionfilm-Konventionen als an Ermittlungs- oder Gerichtsdrama.
Die Actionjahre bei Cobra 11
1997 stieß Martinek zu Alarm für Cobra 11 und trat in den folgenden Jahren immer wieder in der langlebigen Autobahnpolizei-Actionserie auf. Zwischen Der Clown und Cobra 11 festigte er in der zweiten Hälfte der Neunzigerjahre seinen Ruf als einer der Schauspieler, auf die das deutsche Fernsehen für körperlich anspruchsvolle, actionreiche Rollen setzte – eine Nische, die nicht viele Schauspieler seiner Generation so konstant besetzten.

Der Wechsel zu Krimi und Arztserie
Martineks Karriere blieb nicht auf ein einziges Genre festgelegt. Von 2006 bis 2007 spielte er Thomas Wallner, einen Kriminalhauptkommissar, in der Krimiserie SOKO Rhein-Main. Etwa zur gleichen Zeit übernahm er wiederkehrende Rollen in Arztserien, unter anderem über mehrere Jahre hinweg als Dr. Christoph Lentz in Tierärztin Dr. Mertens – eine Serie, die eine weichere, familiärere Seite seines schauspielerischen Spektrums zeigte als die Stuntarbeit, mit der er bekannt geworden war.
War Martinek nur für Actionrollen bekannt? Nein – spätestens Mitte der Zweitausenderjahre bewegte er sich souverän zwischen Action, Krimi und wärmerem Ensembledrama, was mit ein Grund dafür ist, dass seine Karriere so lange trägt. Produzenten setzten ihn wegen seiner Vielseitigkeit ein, nicht nur wegen eines einzigen Rollentyps.
Finn Kiesewetter und Morden im Norden
Ab 2012 übernahm Martinek eine seiner am längsten laufenden Rollen: Finn Kiesewetter in der ARD-Krimiserie Heiter bis tödlich: Morden im Norden, in der er im Laufe des folgenden Jahrzehnts in weit über hundert Episoden zu sehen war. Die im Norden Deutschlands angesiedelte Serie verschaffte ihm eine dauerhafte, wiederkehrende Präsenz im deutschen Fernsehen bis weit in die 2020er-Jahre hinein und machte ihn einer neuen Generation von Zuschauern bekannt, die Der Clown oder Cobra 11 möglicherweise nie gesehen hatte.

Aktuelle Arbeiten
Auch in den vergangenen Jahren ist Martinek sichtbar geblieben, etwa mit Auftritten in Produktionen wie Phantomschmerz – Der Fall Finn Fischer, der Weihnachts-Kreuzfahrt-Reihe Das Traumschiff sowie Miss Merkel – Ein Uckermark-Krimi. Statt kürzerzutreten, übernahm er weiterhin Gast- und Nebenrollen in einigen der etabliertesten Reihen des deutschen Fernsehens – ein Zeichen dafür, wie beständig sein Ansehen bei Casting-Verantwortlichen geblieben ist.
Arbeitet Sven Martinek noch regelmäßig? Ja – auch Mitte der 2020er-Jahre übernimmt er weiterhin neue Fernsehrollen, darunter Projekte, die noch Anfang 2026 ausgestrahlt wurden, mehr als vierzig Jahre nach seinem ersten Auftritt vor der Kamera.
Eine lange Karriere, Rolle für Rolle aufgebaut
Was an Martineks Karriere in der Gesamtschau auffällt, ist nicht eine einzelne ikonische Rolle, sondern die schiere Bandbreite und Ausdauer. Nur wenige Schauspieler bewegen sich so mühelos zwischen stuntlastiger Action, prozeduralem Krimi und sanfterem Ensembledrama, und noch weniger schaffen es, das über vier volle Jahrzehnte hinweg ohne längere Phasen der Unsichtbarkeit zu tun. Vom jugendlichen Raufbold in einem DEFA-Jugenddrama bis zum Veteranen einiger der langlebigsten Reihen des deutschen Fernsehens spiegelt Martineks Werdegang im besten Sinne die Karriere eines arbeitenden Schauspielers wider: aufgebaut auf beständiger, wiederkehrender Arbeit statt auf einem einzigen großen Durchbruchsmoment.
Häufig gestellte Fragen
Wo wurde Sven Martinek geboren? Er wurde am 18. Februar 1964 in Magdeburg geboren, damals in der DDR.
Wofür ist Sven Martinek am bekanntesten? Am bekanntesten ist er für seine Rolle als Max Zander in der RTL-Actionserie Der Clown, wobei ihn seine Rolle als Finn Kiesewetter in Morden im Norden auch einer jüngeren Generation von Zuschauern bekannt gemacht hat.
Wo wurde er als Schauspieler ausgebildet? An der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch in Ost-Berlin, einer der etabliertesten Schauspielschulen Deutschlands.
Was war seine erste Schauspielrolle? Er trat 1982 im DEFA-Film Insel der Schwäne auf und spielte darin einen jugendlichen Widersacher.
Steht Sven Martinek noch vor der Kamera? Ja, er übernimmt weiterhin Fernsehrollen, unter anderem zuletzt in Morden im Norden und Das Traumschiff.
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