Der Name Gina Hanauer ist seit Monaten mit einem der aufsehenerregendsten Kriminalfälle Mecklenburg-Vorpommerns verbunden. Die 30-jährige Frau aus Reimershagen, einem kleinen Ort unweit von Güstrow, steht im Zentrum eines Prozesses, der weit über die Region hinaus Beachtung gefunden hat. Angeklagt ist sie im Zusammenhang mit dem Tod des achtjährigen Fabian, dem Sohn ihres ehemaligen Partners. Der Fall hat nicht nur wegen der Schwere der Vorwürfe, sondern auch wegen der langen und detailreichen Gerichtsverhandlung bundesweite Aufmerksamkeit erregt. Wichtig vorab: Für Gina Hanauer gilt bis zu einem rechtskräftigen Urteil die Unschuldsvermutung. Nichts in diesem Artikel ist als Feststellung ihrer Schuld zu verstehen, sondern als Zusammenfassung dessen, was Ermittler, Staatsanwaltschaft und Gericht bislang öffentlich dargelegt haben.
| Kategorie | Angabe |
|---|---|
| Name | Gina Hanauer (in Medien meist „Gina H.“) |
| Alter | 30 Jahre |
| Wohnort | Reimershagen bei Güstrow, Mecklenburg-Vorpommern |
| Status | Angeklagte, seit November 2025 in Untersuchungshaft |
| Prozessbeginn | 28. April 2026 |
| Gericht | Landgericht Rostock, Schwurgerichtskammer |
| Vorwurf | Tötung des achtjährigen Fabian am 10. Oktober 2025 |
| Rechtlicher Status | Unschuldsvermutung, Verfahren nicht abgeschlossen |
Gina Hanauer: Wer ist die Frau hinter dem Namen
Bevor der Fall Fabian bekannt wurde, war Gina Hanauer keine öffentliche Person. Sie wuchs, so berichten es lokale Medien, in Zehna auf, einem kleinen Ort in der Nähe von Güstrow. Nach einer nach eigenen Angaben schwierigen Kindheit zog sie später zu ihren Großeltern nach Reimershagen, wo sie auch zum Zeitpunkt der Ermittlungen noch lebte, gemeinsam mit ihrem eigenen Sohn. Nachbarn beschreiben sie als eine Frau, die im Dorf bekannt war, unter anderem durch ihre Pferde, die sie regelmäßig versorgte. Im Oktober 2024 verstarb ihr Vater, Lutz Hanauer, ein Ereignis, das sie öffentlich, unter anderem in einem inzwischen nicht mehr zugänglichen Instagram-Beitrag, kommentierte. Sie schrieb sinngemäß, nun wieder allein dazustehen und alles verloren zu haben. Diese Aussage wurde später von Medien im Zusammenhang mit ihrer psychischen Verfassung vor der Tat aufgegriffen, ohne dass daraus direkte Schlüsse auf die Tatvorwürfe gezogen werden können.
Die Beziehung zwischen Gina Hanauer und Fabian ergab sich über ihre frühere Partnerschaft mit dessen Vater. An Wochenenden, an denen der Junge bei seinem Vater zu Besuch war, war er demnach auch regelmäßig in ihrem Haushalt in Reimershagen. Genau diese Nähe zur Familie rückte sie später ins Zentrum der Ermittlungen.

Hanauer und der Fall Fabian: Der Tathergang laut Anklage
Die Staatsanwaltschaft Rostock wirft Gina Hanauer vor, den achtjährigen Fabian am 10. Oktober 2025 mit mehreren Messerstichen getötet zu haben. Nach Angaben der Anklage soll der Junge sechs Stichverletzungen erlitten haben. Im Anschluss soll die Leiche laut Vorwurf in Brand gesetzt worden sein, um Spuren zu verwischen. Fabians Leichnam wurde am 14. Oktober 2025 in der Nähe von Klein Upahl gefunden, einem Ort, der rund 13 Kilometer von Reimershagen entfernt liegt.
Genau dieser Fundort sorgte im Dorf früh für Misstrauen. Nachbarn berichteten später gegenüber Medien, dass Gina Hanauer üblicherweise nicht in dieser Gegend unterwegs gewesen sei, was Fragen aufwarf, wie sie den Jungen dort auffinden konnte, wie sie selbst zunächst angab. Zudem sei sie am fraglichen Wochenende nicht im Dorf gesehen worden, während sich ein Bekannter in dieser Zeit um ihre Pferde kümmerte.
Ermittlungen und Festnahme
Mehrere Wochen nach dem Fund der Leiche rückten Ermittler mit einem größeren Aufgebot nach Reimershagen aus und durchsuchten zwei Häuser in der Nachbarschaft. Im November 2025 wurde Gina Hanauer festgenommen und sitzt seither in Untersuchungshaft. Berichten zufolge war sie bei der Festnahme sichtlich aufgelöst. Ihr Anwalt beschrieb die Situation gegenüber Medien als emotional äußerst belastend für seine Mandantin.
Im Rahmen der Ermittlungen werteten Polizei und Staatsanwaltschaft umfangreiches digitales Material aus, darunter Zehntausende Ereignisse auf ihrem Mobiltelefon. Besonders auffällig sollen dabei Suchanfragen gewesen sein, die sich mit dem Verhalten von Wildschweinen gegenüber toten Körpern befassten. Auch soll sie in Sprachnachrichten einen möglichen Fundort erwähnt haben, der später mit dem tatsächlichen Fundort von Fabians Leiche übereinstimmte. Zudem wurde vor Gericht thematisiert, dass sie den Jungen in mehreren Nachrichten nicht beim Namen genannt, sondern lediglich als „er“ oder „ihn“ bezeichnet haben soll.

Der Prozessbeginn am Landgericht Rostock
Am 28. April 2026 begann vor der Schwurgerichtskammer des Landgerichts Rostock der Prozess gegen Gina Hanauer. Als Nebenklägerin tritt Fabians Mutter Dorina auf, die auf ein Urteil in dem Verfahren wartet. Der Prozess zog sich von Beginn an deutlich länger hin, als ursprünglich erwartet worden war, was auch mit dem Umfang der vorzulegenden Beweise zusammenhängt.
Über die zahlreichen Verhandlungstage hinweg wurden immer wieder neue Details öffentlich, sei es durch Sachverständigengutachten, durch Zeugenaussagen aus dem direkten Umfeld der Angeklagten oder durch die Auswertung technischer Spuren. Beobachter im Gerichtssaal beschrieben Gina Hanauers Auftreten während der Verhandlung wiederholt als zurückhaltend und kontrolliert. Ihre Körpersprache wirkte nach übereinstimmenden Berichten distanziert, sie saß meist ruhig und vermied auffällige Reaktionen.
Gina Hanauers Aussage vor Gericht
Ein zentraler Wendepunkt des Verfahrens war der 22. Verhandlungstag, knapp vier Monate nach Prozessbeginn. An diesem Tag äußerte sich Gina Hanauer erstmals selbst zu den gegen sie erhobenen Vorwürfen. Diese Aussage war lange erwartet worden, da sie sich zuvor im Verfahren weitgehend zurückgehalten hatte.
Was genau sie an diesem Tag schilderte, wurde ausführlich in Liveticker-Berichten dokumentiert, wobei zu betonen ist, dass es sich dabei um ihre eigene Darstellung der Ereignisse handelt und nicht um gerichtlich festgestellte Tatsachen. Ihr Verteidiger deutete im Vorfeld an, dass zwar mit einer Aussage, nicht aber zwingend mit einem Geständnis zu rechnen sei. Genau das bestätigte sich: Gina Hanauer äußerte sich zwar zu den Vorwürfen, ein Geständnis blieb jedoch aus.

Aktueller Stand des Verfahrens
Auch nach der Aussage der Angeklagten ist die Beweisaufnahme im Fall Fabian noch nicht abgeschlossen. Weitere Sachverständige sollen zu offenen Spurenbefunden gehört werden, zudem stehen noch Zeugen aus, die zur genauen Rekonstruktion des Tattages beitragen sollen. Ein Termin für ein Urteil steht bislang nicht fest. Bis dahin bleibt Gina Hanauer in Untersuchungshaft, und für sie gilt weiterhin uneingeschränkt die Unschuldsvermutung.
Häufig gestellte Fragen zum Fall Gina Hanauer
Wer ist Gina Hanauer?
Sie ist eine 30-jährige Frau aus Reimershagen bei Güstrow, die im Fall des getöteten achtjährigen Fabian angeklagt ist.
In welcher Beziehung stand sie zu Fabian?
Fabian war der Sohn ihres früheren Partners und war an Besuchswochenenden regelmäßig in ihrem Haushalt.
Wann wurde Fabian getötet aufgefunden?
Sein Leichnam wurde am 14. Oktober 2025 in der Nähe von Klein Upahl entdeckt, die Tat soll sich laut Anklage am 10. Oktober 2025 ereignet haben.
Wann wurde Gina Hanauer festgenommen?
Die Festnahme erfolgte im November 2025, nachdem Ermittler zwei Häuser in Reimershagen durchsucht hatten.
Wann begann der Prozess?
Der Prozess vor dem Landgericht Rostock startete am 28. April 2026.
Hat Gina Hanauer die Tat gestanden?
Nein. Sie äußerte sich am 22. Verhandlungstag erstmals zu den Vorwürfen, legte dabei jedoch kein Geständnis ab.
Ist das Urteil bereits gefallen?
Nein, das Verfahren läuft weiter, die Beweisaufnahme ist noch nicht beendet.
Fazit
Der Fall Gina Hanauer bleibt einer der bewegendsten und zugleich unklarsten Kriminalfälle, über die derzeit vor einem deutschen Gericht verhandelt wird. Zwischen dem tragischen Tod eines achtjährigen Jungen, umfangreichen digitalen Spuren und der bislang zurückhaltenden Aussage der Angeklagten zeichnet sich noch kein endgültiges Bild ab. Bis zu einem rechtskräftigen Urteil bleibt festzuhalten: Die Beweisaufnahme läuft, offene Fragen bestehen weiterhin, und für Gina Hanauer gilt nach deutschem Recht die Unschuldsvermutung.
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